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Konrad Bayer , Franz War

Konrad Bayer, Franz War
 
Dichter: Konrad Bayer, Oostenrijk, 17 december 1932 - 10 oktober 1964
Gedicht: Franz War
Locatie: Kaasmarkt 4, Leiden (ingang "Bonaparte Rijwielen")
Sinds: 1994 (nummer 28)


Duits
Franz War

franz war,
war franz?
franz.
war.
wahr.
war wahr.
wirr.
wir.
franz, wir!
wir, franz.
ihr.
franz war wirr.
war franz irr?
wirrwarr.
Nederlands
Franz Was

franz was 
was franz? 
franz. 
was. 
waar. 
was waar. 
verward. 
wij. 
franz, wij! 
wij, franz. 
u. 
franz was verward. 
was franz in de war? 
wirwar.
 
Op
 

franz

in meiner hand liegt eine kugel. es wird dunkel. was ist eine kugel? was ist eine hand? was kann man mit einer kugel und einer hand anfangen? franz zuckt teilnahmslos mit den schultern. gestern war es sehr heiss. ich lasse die kugel zu boden fallen. sie springt empor und fällt. jetzt liegt sie still vor meinen füssen. f
ranz hat die augen geschlossen. es riecht nach verbranntem papier. weiss und schwarz, papier und asche. ich erinnere mich, dass franz einmal die augen öffnete und mich ansah. vielleicht habe ich mich getäuscht. ich hätte lust, ihn hier allein sitzen zu lassen. es ist 19 uhr 35. ich habe hunger.

franz ist ganz weiss. er hat weisse hände, eine weisse nase, weisse lippen und weisse haare. sein anzug ist weiss. seine weisse krawatte ist sorgfältig geknotet. meinetwegen soll er hier sitzenbleiben. ich werde diese tür aufmachen und das zimmer verlassen. in meinen schuhen steht heisses wasser. grosse blumen zerplatzen in den wolken. über meine bände läuft der schweiss. mein hemd klebt am rücken. ich öffne den kragen.

meine augen sind mit weissem salz verklebt. es riecht nach verbranntem papier. ich schlage mit den fäusten gegen die türe. franz öffnet die augen. er ist ganz ruhig. seine augen sind ein wenig verklebt und er sagt: setz dich. seine stimme ist ganz ruhig. ich höre seine stimme. sie sagt: setz dich. es ist eine ruhige stimme in einem weissen anzug.

franz steht zwischen den weissen wänden. er dreht mir den rücken zu. sein weisses hemd klebt an seinem weissem körper. er nimmt die kugel vom boden. er hebt sie empor, als ob sie ohne gewicht wäre.ich sitze und öffne die augen und ich sehe franz. es ist unerträglich hell geworden. franz ist ganz weiss. ich werde bleiben. der schweiss läuft mir in die schuhe. ich lasse die hände fallen. sie hängen ganz ruhig. vor mir brennt eine weisse flamme.

ich presse meinen schwitzenden leib gegen die glühenden wände. mein rücken dampft. die heisse, weisse flamme drängt mich gegen die wand des zimmers. die ruhige stimme sagt: setz dich. das zimmer ist ganz weiss. es riecht nach verbranntem papier. der beissende rauch treibt mir das wasser in die augen. ich kann nicht mehr atmen. der husten treibt mir den schweiss aus den poren. der raudi brennt in den lungen.

ich bewege mich langsam. ich hebe die hände, als ob sie ohne gewicht wären. vor mir brennt eine unerträglich heisse, weisse flamme. ich schlage mit der faust gegen die wand. eine stimme sagt ruhig: setz dich. es riecht nach verbranntem papier. meine hände sind ganz weiss.

ich gebe zu, franz ist gott.
 

(Konrad Bayer, 1958)
 
Op

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